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Quaoar - Der größte Planet jenseits von Pluto
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72 Jahre sind seit der Entdeckung des Planeten Pluto vergangen. Mit Hubble konnten Astronomen nun das bislang größte Objekt in den Zonen jenseits der Plutobahn ausmessen - durch direkte Beobachtungen. Ihr Ziel war ein Himmelskörper mit der nüchternen Bezeichnung 2002 LM60, der in einer Entfernung von über 6,5 Milliarden Kilometern deutlich weiter um die Sonne kreist als Pluto. Die neuen Beobachtungen ergeben, dass jener echte Transpluto mehr als die Hälfte des Pluto-Durchmessers erreicht. Hubble brach mit diesem Ergebnis einen Rekord, denn noch nie zuvor war die direkte Größenbestimmung eines Objektes unseres Sonnensystems in dieser enormen Distanz möglich gewesen.

2002 LM60 bewegt sich im Reich des seit den ersten Entdeckungen vor zehn Jahren viel zitierten Kuiper-Gürtels. Dies ist neben dem Asteroiden-Hauptgürtel der zweite Ring an Kleinplaneten, die unsere Sonne umkreisen. Vielleicht gibt es noch zwischen der Sonne und dem innersten Planeten Merkur eine dritte, engste Zone solch kosmischer Trümmerbrocken. Die Entdeckungs-Geschichten zwischen den heute bekannten beiden Gürteln gleichen sich. Wer eine »Karte« unseres Sonnensystems betrachtet, stellt fest: Mars und Jupiter sind durch eine breite Zone voneinander getrennt, in der sich anscheinend nichts befindet. Das zumindest glaubten Astronomen lange Zeit. Vielleicht befand sich hier aber ein bis dahin unbekannter weiterer Planet? Tatsächlich, in der Neujahrsnacht 1801 fand der italienische Astronom Giuseppe Piazzi ein Objekt, das genau im bewussten Gebiet seine Bahnen um die Sonne zog. Der vermutete Planet war entdeckt und erhielt den Namen Ceres.

Schon sehr bald aber stießen die Himmelsfahnder auf weitere Körper in der fraglichen Region. Schließlich spürten sie tausende davon auf. Es gab dort also keineswegs nur einen einzigen zusätzlichen Planeten. Seit der Entdeckung des auffallend kleinen neunten Planeten Pluto im Jahr 1930 suchten Astronomen dann die »vorstädtischen« Regionen unseres Sonnensystems weiter nach einem noch ferneren »Transpluto« ab - und wurden 1992 erstmals fündig.

Doch auch in diesem Falle folgten weitere Entdeckungen bald auf dem Fuße. Jenseits der Plutobahn kreisen ebenfalls zahlreiche, teils überraschend große planetare Körper. Über 500 eisige Welten wurden bis zum heutigen Tage dort aufgespürt, wobei die meisten von ihnen deutlich kleiner sind als Pluto, der mittlerweile von einigen Astronomen schlicht als der größte Vertreter der Kuiper-Belt Objects (KBOs) angesehen wird, eben jener Objekte im Kuiper-Gürtel. Während er einen Durchmesser von etwa 2.200 Kilometern besitzt, erreichen Varuna und ein weiterer Brocken mit der Bezeichnung 2002 AW197 - die ausladendsten unter den übrigen bekannten Kuipers - jeweils Maße von rund 900 Kilometer.

Das jüngste Mitglied im Kuiper-Reigen der Transplutos bringt es allerdings auf einen Durchmesser von immerhin 1.300 Kilometern! Dieses Objekt, der erwähnte KBO mit der Bezeichnung 2002 LM60, übertrifft daher bereits den Halbmesser von Pluto. Und dieses Messergebnis ist recht genau, denn mittels Hubble konnte dieses Objekt als Scheibchen aufgelöst und direkt gemessen werden. Die Dimensionen anderer KBOs konnten nur anhand ihrer Distanz, ihrer scheinbaren Helligkeit und der Abschätzungen ihrer Rückstrahlfähigkeit (Albedo) erahnt werden. Mit entsprechend großer Unsicherheit. Je mehr Sonnenlicht die Oberfläche eines Himmelskörpers reflektiert, desto heller ist er logischerweise. Aus der Entfernung und der Menge eintreffenden Lichtes lässt sich mittels der Albedo also die Distanz ermitteln. Doch die Albedo selbst ist schwer zu ermitteln. Wird sie unterschätzt, errechnet sich ein zu großer Durchmesser und umgekehrt.

Mit der direkten Durchmesserbestimmung von 2002 LM60 kann nun dessen Albedo realistisch ermittelt werden. Vorausgesetzt, sie ist unter den KBOs relativ konstant, lassen sich nun auch genauere Durchmesser der übrigen Körper dieses entlegenen Teils unseres Sonnensystems ableiten.
Die Beobachtungen zeigen, dass 2002 L60 vom Volumen her größer ist als alle übrigen bekannten Asteroiden zusammengenommen. Da er aber vor allem aus Eis besteht, kommt er nur ungefähr auf ein Drittel der Gesamtmasse der Kleinplaneten. Er entspricht in seiner Zusammensetzung wohl ziemlich derjenigen eines Kometen, allerdings ist er rund 100-mal größer als die frostigen Wanderer zwischen den Welten. Entdeckt wurde der jetzige Inhaber des Transpluto-Größenrekords bereits vor Monaten, als Michael Brown und Chadwick Trujillo vom California Institute of Technology (CalTech) einen schwachen Lichtpunkt registrierten, der rund 10.000-mal lichtschwächer strahlt als der schwächste gerade noch mit bloßem Auge sichtbare Stern. Später setzte dasselbe Team dann die neue Advanced Camera for Surveys (ACS) von Hubble ein, um das Objekt genau zu vermessen.
Ein offizieller Name ist für 2002 LM60 noch nicht vergeben. Brown und Trujillo schlugen aber nun schon den Namen »Quaoar« (ausgesprochen »Kwawar«) vor. So heißt der Schöpfungsgott der amerikanischen Tongva-Indianer. Er stieg vom Himmel herab, verwandelte das anfängliche Chaos in die göttliche Ordnung und errichtete die Welt auf dem Rücken von sieben Riesen. Jetzt ist nur offen, wie lange Quaoar neben Pluto der unangefochtene größte KBO bleibt.

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